Nach einer ziemlich unruhigen Nacht – ich muss zugeben, dass ich schon ziemlich nervös war wegen meiner Haartransplantation – ging es am nächsten Tag nach einem reichhaltigen Frühstück auf in die Klinik von Dr. Aygin. Der Fahrer holte mich wie vereinbart am Hotel ab und brachte mich in die Klinik. 

Ein kleiner Haartransplantationstipp vorweg – so unter uns: Zieht unbedingt ein Oberteil an, dass ihr anschließend nicht über den Kopf ausziehen müsst. Das hat den Hintergrund, dass euer Kopf, besser gesagt, die Kopfhaut, direkt nach dem Eingriff mit nichts in Kontakt kommen darf. Sonst besteht die Gefahr, dass die Grafts verletzt werden. Deswegen bekommt ihr auch ein Nackenhörnchen nach dem Eingriff zum Schlafen. In den nächsten Nächten ist dann übrigens auf dem Rücken schlafen angesagt. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber es geht. 

Zurück zum Eingriff. In der Klinik angekommen wurde ich von einer Mitarbeiterin des Teams von Dr. Aygin in den Behandlungsraum gebracht. Nach einer kurzen Besprechung ging es ans Haareschneiden. Bei einer FUE-Haartransplantation mit mehr als 1000 Grafts sollten die Haare sehr kurz geschnitten werden. Sowohl im Empfänger- als auch im Spenderbereich. Natürlich ist unter gewissen Umständen auch eine Teilrasur der Haare möglich, aber ich persönlich fand, dass das einigermaßen komisch aussieht. Nach dem Eingriff wachsen die Haare ja auch wieder – nur schöner und voller als vorher. 

Im Anschluss zeichnete Dr. Aygin die Haarlinie ein. Es wird natürlich so lange gezeichnet, bis ihr mit eurer Haarlinie einverstanden seid. Allerdings wird der Arzt euch darauf hinweisen, wenn zu erwarten ist, dass das Ergebnis anschließend nicht natürlich aussehen sollte. Dann liegt es an euch zu entscheiden, ob ihr die Haarlinie so haben möchtet. 

Nach diesen grundlegenden Maßnahmen ging es dann an die Haartransplantation. Zugegeben – ich hatte ganz schön Herzklopfen und war tierisch nervös. Zunächst bekam ich eine Tablette zur Steigerung der Durchblutung in der Kopfhaut. Wie ich spürte, muss auch irgendwas Beruhigendes drin gewesen sein, denn ich hatte auf einmal ein angenehm wattiges Gefühl im Kopf. Vorher wird man natürlich auf einer Liege platziert, um es möglichst bequem zu haben. Anschließend erfolgte die sanfte Sedierung mit der SOFT FUE. Durch den Dämmerschlaf fühlt man wirklich keinerlei schmerzen während der Operation!

Bei Dr. Aygin ist jeder aus dem Team auf einen bestimmten Handlungsschritt spezialisiert. Der eine entnimmt nur die Grafts, der andere öffnet die Haarwurzeln etc.pp. Alle Handgriffe wurden von den Angestellten schon 100.000 Mal durchgeführt – sie sitzen also routiniert. Zudem wird jedes einzelne Teammittglied von Dr. Aygin selbst ausgebildet. Er schaut auch während des Eingriffs immer wieder nach dem rechten (soweit ich es mitbekommen habe). Schließlich geht es bei jeder Haartransplantation auch um seinen guten Namen. 

Durch das gleichmäßige Brummen des Mikromotors wurde ich ziemlich schläfrig. Zum einen lag das wohl auch an dem Betäubungsmittel, zum anderen möglicherweise auch daran, dass ich vor lauter Aufregung so schlecht geschlafen hatte – ich bin also irgendwann weggepennt. 

Pünktlich zum Öffnen der Haarwurzelkanäle war ich wieder wach. Auch hier wurde vorher wieder das Lokalanästethikum gespritzt. Vielleicht fragt sich jetzt der ein oder andere: „Hä? Der hat das doch am Anfang bekommen?“ Das stimmt auch – zumindest zum Teil. Das Lokalanästethikum wird in diesen Bereich erst später gespritzt. Das hat etwas mit der Dauer der Wirkung zu tun. 

Das Öffnen der Haarwurzelkanäle wurde dann von einer anderen Spezialistin des Teams übernommen. 

Als wir damit fertig waren, gab es eine kurze Pause, die ich nutzte, um mir etwas die Beine zu vertreten, ein Getränk zu mir zu nehmen und etwas zu essen. Während der Pause werden die Grafts – bevor sie für den zweiten Teil der Haartransplantation aufbereitet werden – in einer speziellen Nährflüssigkeit gelagert.

Dann ging es an den zweiten Teil meiner Haartransplantation – das Einsetzen der Grafts

Auch hier schaute Dr. Aygin während des Vorgangs immer mal wieder nach, ob alles wie erwartet läuft. 

Während des Einsetzens habe ich mich sehr nett mit den beiden Spezialistinnen unterhalten. Mein Tablet, das ich extra zum Serien gucken mitgenommen hatte, habe ich gar nicht gebraucht. Die beiden Damen haben auch immer wieder nachgefragt, ob es mir gut geht und ob ich irgend etwas benötige – zum Beispiel ein Getränk.

Als die Grafts an Ort und Stelle waren, kam Dr. Aygin auch noch einmal ins Zimmer, um zu kontrollieren, ob die Transplantation gelungen ist. Er war hochzufrieden und hat seine beiden Teammitglieder auch noch einmal für ihre gute Arbeit beglückwünscht. Anschließend ging es an die Wundversorgung. Ich erhielt meine Medikamente, mein Nackenhörnchen und natürlich auch eine Erklärung, wie ich mich die nächsten Tage zu verhalten habe, damit ein optimales Ergebnis gewährleistet ist. Was mir sehr gut gefällt: Bei Dr. Aygin erhält man auch einen Flyer zum Nachlesen. Darin ist alles noch einmal sehr schön erklärt. Denn nach knapp 12 Stunden ist man(n) doch nicht mehr so aufnahmefähig und kann sich nicht alles merken. Der Eingriff inklusive Anmeldung, Vorbereitung, Haartransplantation und Wundversorgung hat tatsächlich 12 Stunden gedauert. Für mich verging die Zeit aber wie im Flug. 

Nachdem alles erledigt war, hat der Fahrer mich zuverlässig zurück ins Hotel gefahren, wo ich mich dann gleich noch über das Abendessen Buffet hergemacht habe. Anschließend bin ich wie ein Stein ins Bett gefallen und habe trotz Rückenlage und Nackenhörnchen bis zum Weckerklingeln entspannt durchgeschlafen.

Am nächsten Tag erfolgte nach dem Auschecken noch die Abschlussuntersuchung durch Dr. Aygin. Anschließend brachte mich der Fahrer zurück an den Flughafen und ich machte mich auf den Rückweg nach Deutschland.